Allgemeines zum Säuglings- und Kleinkinderschwimmen
In unserem Sprachgebrauch hat sich der Begriff „Babyschwimmen“ in den letzten Jahrzehnten in der Bevölkerung fest etabliert, obwohl er eigentlich falsch ist. In den Ausbildungslehrgängen des Deutschen Schwimmverbandes und anderer Organisationen hat sich für den Begriff „Säuglings- und Kleinkinderschwimmen“ folgende Definition ergeben:
Das Säuglings- und Kleinkinderschwimmen dient der gesunden körperlichen, geistigen seelischen, motorischen und sozialen Entwicklung des Kindes. Es wird immer mit einer Kontaktperson, meist einem Elternteil, durchgeführt und betrifft Babys und Kleinkinder vom vierten Lebensmonat bis zu etwa vier Jahren.
Die körperliche Entwicklung wird durch die Reize des Wassers und die Bewegungen in diesem Element nachhaltig gefördert. Es profitieren davon alle Organsysteme.
Medizinische Sicht:
Atmung
- die Atemmuskulatur wird gekräftigt
- die Zahl der Lungenbläschen wird erhöht, die Vitalkapazität nimmt zu
- die Leistungsfähigkeit wird erhöht
Herz
- der Herzmuskel ist dehnungsfähiger
- der Herzmuskel wird gekräftigt
- die Ausdauer wird gesteigert
Skelett/ Muskulatur
- Wachstumsreize werden gesetzt
- Gelenke ausgeformt
- Muskeln gekräftigt
- das Knochenwachstum wird verstärkt
Die motorische Entwicklung wird durch die Bewegungen des Babys im Wasser positiv beeinflusst. Früher als auf dem Land lernt der Säugling sich in der Schwerelosigkeit dieses Elements zielgerecht zu bewegen. Zu dieser freien Bewegungsform bedarf es u.a. des Einsatzes von Schwimmhilfen.
Die geistige Entwicklung profitiert in dieser frühen Phase größtenteils vom „Versuch-Irrtum-Lernen“ beim Schwimmen in Auftriebshilfen sowie im Wahrnehmen und Begreifen des Umfeldes „Wasser“ als neuem Bewegungsfeld mit all seinen Sinnen.
Die seelische Entwicklung wird durch den engen Körperkontakt zur Bezugsperson gefördert, der während der gesamten Babyschwimmstunde, eingeschlossen deren Vor- und Nachbereitung, besteht.
Die soziale Entwicklung profitiert vom innigen Hautkontakt mit den Eltern, aber auch von frühen Kontakten mit anderen Erwachsenen und Babys, sowie von gemeinsamen Aktivitäten mit ihnen.
Daneben sehen Ärzte und Therapeuten im Babyschwimmen die Möglichkeit, bestimmte Therapiemaßnahmen zu unterstützen und dadurch die Heilungschancen und die Lebensqualität behinderter Kinder zu verbessern.